Druckpunkte & Segelbalance.
Warum will Deine Yacht nach Luv? Dreh das Boot, verändere die Segelwirkung und entdecke, wie Krängung, Reffen und Ruder zusammenwirken.
Die 3D-Ansicht ist hier nicht verfügbar. Die Regler, Messwerte und Erklärungen bleiben bedienbar.
Ziehen: Ansicht drehen · Plus/Minus: zoomen · Markierungen bleiben auch hinter Segeln sichtbar. Kraftpfeile sind schematisch. Die Zahlen sind Modellwerte, keine Einstellvorgaben für Dein Boot.
Warum leichte Luvgierigkeit der Sicherheit dient
Bei freiem Ruder kann die Yacht zum Wind drehen. Die Segel verlieren ihre Anströmung, die Fahrt nimmt ab – bis hin zum Aufstoppen. Das kann bei einem Überbordgehen günstig sein.
Leegierigkeit lässt den Bug vom Wind wegdrehen. Sie bewirkt kein selbstständiges Aufstoppen durch Anluven; die Yacht kann mit angeströmten Segeln weiterfahren.
Leichte Luvgierigkeit ist das Trimmziel, starke Luvgierigkeit nicht. Das tatsächliche Verhalten hängt von Boot, Kurs, Trimm und Ruderlage ab. Ein selbstständiger Stopp nach einem Überbordgehen ist nicht garantiert und ersetzt keine Sicherung gegen Überbordgehen.
Vier Punkte, ein Zusammenspiel.
L · Lateraldruckpunkt: Für den Einstieg zeigen wir den Flächenschwerpunkt der seitlich projizierten Unterwasserfläche aus Rumpf, Kiel und Ruder. Das ist ein geometrischer Näherungswert, kein feststehender Drehpunkt.
V und G: Die beiden Segeldruckpunkte sind Angriffspunkte der vereinfachten Vorsegel- und Großsegelkraft. S fasst diese Kräfte zusammen. Er ist nur bei den hier annähernd parallelen Kräften als gewichteter Punkt sinnvoll.
In der Wirklichkeit verändern Strömung, Abdrift, Fahrt, Trimm und Krängung die Angriffspunkte. Schwerpunkt, Auftriebsmittelpunkt und Lateraldruckpunkt sind verschiedene Dinge.
Wenig Gegenruder. Gute Balance.
Luvgierigkeit: Die Yacht will zum Wind drehen. Um den Kurs zu halten, braucht sie eine Gegenwirkung nach Lee: Ruder nach Lee. Bei Leegierigkeit ist es umgekehrt.
Mit zunehmender Krängung wandert die Segelkraft seitlich nach Lee. Ihr Vortriebsanteil erhält einen zusätzlichen Hebelarm; außerdem verändert sich die angeströmte Rumpfform. Bei vielen Yachten nimmt deshalb die Luvgierigkeit zu.
Das Ziel: Eine gut getrimmte Yacht mit leichter Luvgierigkeit, mäßiger Krängung und wenig nötigem Gegenruder. Es gibt keinen universell richtigen Abstand von S zu L. Entscheidend sind die Kraftlinien und die Balance unter Fahrt.
Reffen verändert mehr als die Fläche.
Ein Reff im Groß senkt dessen Druckpunkt, reduziert die Kraft und verschiebt die gemeinsame Wirkung häufig nach vorn. Weniger Krängung kann die Luvgierigkeit zusätzlich verringern.
Nur das Vorsegel zu verkleinern kann S nach achtern verschieben. Die geringere Gesamtkrängung wirkt gleichzeitig entlastend. Welche Wirkung überwiegt, hängt vom Boot und vom Trimm ab.
Das Modell richtig einordnen.
Didaktisches 3D-Modell: keine Strömungsberechnung, keine bootsbezogene Vorhersage von Ruderwinkeln oder Reffgrenzen. Die Kraftverteilung und Rumpfwirkung sind vereinfacht. Bei zu viel Ruderdruck: Segeltrimm und Krängung prüfen.
Quellen und Modellannahmen
Fachliche Grundlage: VDWS · Physics und VDWS · Boat control. Die geometrische Lateralfläche ist eine festgelegte, vereinfachte Seitenprojektion. Ihr Flächenschwerpunkt wird rechnerisch bestimmt. Die Segelkräfte sind parallel mit festem Verhältnis von Vortrieb zu Seitenkraft angesetzt. S wird kraftgewichtet ermittelt; die Drehmomente werden aus den räumlichen Hebelarmen berechnet. Eine zusätzliche qualitative Rumpfkomponente nimmt mit der Krängung zu. Alle Winkelanzeigen zur Gegenruderwirkung sind Modellwerte. Recherchiert am 27.10.2026.

